Gewitter über Hamburg

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Klinikum Nord im Gewitter
Blick in
Richtung Klinikum Nord
Doppelschlag beim Gewitter über Norderstedt/Ochsenzoll
Doppelschlag über
Ochselzoll/Norderstedt
Gewitter über dem Flughafen Fuhlsbüttel
Blick zum
Flughafen Fuhlsbüttel
Außenaufnahme ISO 6.400
Außenaufnahme
ISO 6.400 Canon D6
Nachtaufnahme ohne Stativ
Nachtaufnahme
ISO 16.000 Canon D6
Nachtaufnahme ISO 25.600
Nachtaufnahme
ISO 25.600 Canon D6
Der Müllberg in Hamburg-Hummelsbüttel ist die höchste Erhebung in Hamburg nördlich der Elbe. Von hier aus hat man einen prächtigen Blick über die Stadt. Auch Unwetter haben von hier aus betrachtet ihren Charme.

Blitze über Hamburgs Westen

Am 10. Juni 2004 braute sich früh morgens ein mächtiges Unwetter über der Stadt zusammen. Um 7:30 Uhr wurde es plötzlich so finster wie im Kernschatten einer Sonnenfinsternis. Das Grummeln aus der Ferne verhieß nichts Gutes. Und tatsächlich verdunkelten dichte, mehrfach überlagerte Wolkenschichten die Sonne. Wenig später entluden sich starke Regenmassen und verärgerten nicht nur den Fotografen, sondern auch Verkehrsteilnehmer und Kellerbesitzer.

Reizvolles Unwetter

Vom Müllberg aus sah das Herannahen des Unwetters sehr dramatisch aus. Mit skeptischem Blick beobachtete ich die schnell näher kommenden Wolkenwand - immerhin war ich nicht nur der höchste Punkt im Umkreis von 20 Kilometern, sondern hatte auch noch ein prächtig leitendes Stativ als Blitzfalle dabei. Das fahle Licht erinnerte wirklich sehr an die Sonnenfinsternis im Jahre 1999. Nur gab es damals keinen Regen und auch keinen Sturm. Der Wind war so stark, daß ich das Stativ festhalten mußte, damit es nicht mitsamt der Kamera umgeweht wurde.

Blitze fotografieren - Ganz einfach

Wie fotografiert man Blitze?
Leider weiß man natürlich nicht, wann sich der nächste Blitz entlädt. Wer beim Sehen des Blitzes auslöst, hat meistens schon verloren, weil der Blitz sprichwörtlich schnell sind und Kameras mit einer zuweilen quälenden Verzögerung zu Werke gehen. Nachfolgend also ein kleiner Fotokurs zum Thema Blitzfotografien.
Das Fotografieren von Blitzen ist sehr viel einfacher als die Überwindung des inneren Schweinehundes, den es Normalfall hinter den trockenen Ofen statt in in die unfreundliche Witterung zieht.

Der Aufenthalt im Freien ist bei Gewittern nicht nur ungemütlich, sondern auch gefährlich, besonders wenn Sie sich in exponierten Lagen aufhalten. Seien Sie als vorsichtig. Ich empfehle, lieber auf das buchstäblich ultimative Blitz-Foto zu verzichten und sich statt dessen an den anderen bei guter Gesundheit zu erfreuen.

So bekommt man Blitze auf die Platte

Die Vorgehensweise ist grundsätzlich für analoge und digitale Kameras gleich. Allerdings ist das Filmewechseln bei den Digital-Kameras naturgemäß sehr viel einfacher und die Bewertung des Fotos zeitnahe möglich. Außerdem sind diese Kameras unempfindlicher gegen Nässe. Die vielfach vorhanden Automatik-Funktionen müssen Sie in jedem Fall abschalten.
Welche manuellen Einstellungen nötig sind, steht in der folgenden Liste.
  • Film mit geringer Empfindlichkeit einlegen bzw. Kamera auf geringste Empfindlichkeit einstellen.
  • Stabiles, hinreichend schweres Stativ einsetzen. Gegebenenfalls an den oft vorhandenen Haken einen Sandsack aufhängen
  • Regenschutz für die Kamera verwenden.
  • Fixfocus auf Unendlich. Diese Einstellung ist oft mit dem Piktogramm für "Landsachaft" gekennzeichnet
  • Kamera auf das Gebiet richten, wo nach letzter Beobachtung Blitze wahrscheinlich sind.
  • Maximal abblenden (Blende 22 ist ideal)
  • Langzeitbelichtung (> 4 Sekunden) wählen.
  • Auslösen und ggf. Aufnahme bewerten. Verwenden Sie einen Drahtauslöser oder den Selbstauslöser. Andernfalls bringt der Druck auf den Auslöser unter Umständen die Anordnung ins Schwingen.
  • Blitzen, die in unmittelbarer Nähe einschlagen, ausweichen :-)
    Viel Glück

Digitale Fotografie

Es ist heute keine Frage mehr, ob digital oder analog die besseren Biler entstehen. Analog hat abgedankt, die Vorteile der Digitalfotografie haben sich bei Knipsern, Amateuren und Profis durchgesetzt. Es hat allerdings auch ein paar Jahre gedauert, bis die Hersteller Kameras anbieten, die den Möglichkeiten der Technik und dem Bedarf der Kunden entgegenkommen. Unter dem Stichwort "Pixelwahn" haben alle bekannten Hersteller immer mehr lichtempfindliche Zellen (Pixel) auf immer kleinere Chips geprügelt. Die Ergebnisse waren enttäuschend, so daß die Kunden 6 Monate später den Nachfolger und 1 Jahr später den Heilsbringer: eine "Digitale Spiegelrefelexkamera". Diese haben in Gewicht und Volumen ihre analogen Vorgänger weit hinter sich gelassen und den Hersteller stattliche Gewinne beschert.

Gleichzeitig wurde die Bedienung immer komplizierter und undurchsichtiger. Statt der fotografisch sinnvollen Einstellungen Zeit- oder Blendenautomatik und einem manuellen Modus gibt es Dutzende von Motivprogrammen: Personen im Mondlicht, Kinder mit Hunden am Strand, Portrait ü50 usw. Insgesamt haben die Kamerahersteller sich alle Mühe gegeben, den Anwender von der Anwendung von Fachwissen fernzuhalöten. Sonst hätten die Kunden vielleicht ein paar Grund-Sachverhalte bemerkt.

Glas und Silizium

Es gilt nach wie vor: mit einem schlechten Objektiv machst Du schlechte Bilder! Also schauen Sie kritisch und vergleichend auf die entsprechenden Testberichte renomierter Labore. 20 Euro in entsprechenden Zeitungen angelegt, ersparen schon mal 300 Euro für mistige Optik. Blättern Sie in aller Ruhe in ein paar dieser Zeitschriften. 80% dieser Blätter stehen im Sold der Geräte- und Programmhersteller und liefern Ergebnisse, deren Richtigkeit zuweilen fragwürdig sind. Foto-Sonderhefte aus dem Heise-Verlag sind nach meiner Erfahrung redaktionell unabhängiger vom Marketing als vielleicht andere Zeitungen. Hilfreich sind - bei aller gebotenen Vorsicht - die Erfahrungen anderer Anwender, die Sie meist da finden, wo Sie die Kamera auch online kaufen können.

"Früher", also in der analogen Zeit, kaufte man sich eine Kamera und einen passenden Film. Der Film wurde in ein Labor geschickt, dort entwickelt und auf Fotopapier ausbelichtet. Der Fotograf konnte also verschiedene Filme mit phyikalisch anderen Eigenschaft wählen, sein Glück bei verschiedenen Lobren versuchen oder bestimmte Fotopapiere verwenden. Jeder Film wurde jeweils genau einmal belichtet, dann kam ein ein neues Stück vor die Blende.

Die Gestaltungsmöglichkeiten der Digital-Fotografen ist heute sehr viel geringer. Es gibt keinen Film mehr, sondern einen Chip mit lichtempfindlichen Zellen und kein Labor, sondern einen Bildprozessor, der aus dem Signalgemenge des Chips versucht, das Schlimmste zu verhindern. Die meisten Fotos betrachtet man sich nicht mehr auf Papier, sondern auf einem Bildschirm.

Ich hoffe, Sie wissen, was das für Sie bedeutet. Sie können keinen Film mehr wechseln, Sie können kein anderes Labor bemühen und Sie sind auf Programme angewiesen, die irgendwo im Inneren Ihrer Kamera mal schnell, mal langsam werkeln. Was früher schlimmstenfalls 36 Aufnahmen eines Film ruiniert hat (Staub- und Nebel-Last beim Fotografieren) wirkt sich jetzt unausweichlich auf alle folgenden Aufnahmnen aus.
Die Ultraschall-Reinigung, die vielfach als Reinigungsmittel eingebaut wird, wirkt nicht auf die schleichenden Beläge, die während der Benutzung, besonders bei Wechselobjektiven, in das Innere der Kamera dringen.
Wer also viel fotografiert, sollte seine Kamera nach 2 Jahren verkaufen oder zur Inspektion geben. Tragischer weise können Sie im digitalen Zeitalter keine hochempfindlichen oder hochauflösenden Filme mehr kaufen. Nur noch die alten Säcke kennen heute noch den Kodak Ektachrom. Klar, er kot nur 15 ASA, aber die Ergebnisse waren so scharf, daß man sich die Finger dran schneiden konnte. Die heutigen Fotografen kennen diesen Film nur noch aus Fotobüchern, wenn sie auf besonders scharfe und farbtreue Aufnahmen stoßen. Und statt ehrlicher Filme mit 3200 ASA wird heute nur das Ausgangssignal des Chips bis zur Unkenntlichkeit verstärkt. Filmempfindlichkeit meint heute Verstärkungsfaktor!

Empfindlichkeit

Update 7. November 2013: 10 Jahre später ist es Zeit für einige Ergänzungen.

RAW und JPG

Die Kamerahersteller bieten in vielen Fällen an, die Fotos (auch) im "RAW-Format" zu speichern. In diesem Format werden die Signale der Pixel unbearbeitet in einer Datei gespeichert. Es liegt an Ihnen, daraus etwas zu machen: Das kommt dem nahe, was früher beim Entwickeln im Labor geleistet wurde. In den jeweiligen Programmen wird nach Abschluß der Arbeit die datei auch nicht "gespeichert", sondern "entwickelt".

RAW gilt als Königsweg zu perfekten Aufnahmen. Das mag richtig sein. Es setzt allerdings Fachkenntnisse voraus. Nicht umsonst ist Fotgraf ein Lehrberuf. Und sie brauchen Zeit und einen leistungsfäigen Rechner, und zwar proportional zur Größe der Pixelmenge. Auf der anderen Seite haben die Programmierer bei den Herstellern viel dazugelernt. Sie erreichen mit ihren Entwicklungsalgorithmen mittlerweile annehmbare Ergebnisse. Sie haben auch den Vorteil, daß bekannte optische defizite der Objektive oder Schwächen im Chip weitestgehend beim kamerainternen Entwickeln herausgerechnet werden. Optimieren Sie mal die Tonnen- oder Kissenverzerrungen und Farbsäume der Objektive oder die Farbverfälschungen der Chips! Viel Spaß.
Ich habe auch zu analogen Zeiten keine Farb- oder Dia-Filme selbst entwickelt. Und auch in der digitalen Welt haben die Hersteller jetzt ein Niveau erreicht, das zu übertrumpfen nicht jedermann gelingen wird.

Richtig ist, daß in vielen Programmen, für die jeweiligen Optiken und Kamera oft Korrektur-Tabellen vorhanden sind und die RAW-Entwicklung auomatisiert abläuft. Aber bitte, das macht der Rechner in der Kamera nicht anders, außer, daß dort interne Daten einfließen, die der Hersteller nicht gerne aus der Hand gibt.

Empfindlichkeit

Dieser Punkt berührt ein sesibles Feld: Viele System-Kameras (Das sind solche mit wechselbaren Objektiven.) haben einen Chip, dessen Fläche co 25% der Größe eines analogen Negativs haben (Vollformat). Panasonic und Olympus sind da wie auch Canon oder Nikon sehr erfolgreich. In den meisten Fällen kann man mit diesen Kameras sehr anständig fotografieren und sich über prächtige Bilder freuen.

Aber wenn das Licht schwach wird, hat die Freude rasch ein Ende. Um halbwegs "haltbare" kurze Verschlußzeiten zu erreichen, werden die ISO-Werte hochgeschraubt. Nun sind das tatsächlich Verstärkungsfaktoren, weil sich an Zahl und Größe der Pixel selten etwas ändert. Einige Hersteller bieten die Möglichkeit, mehrere Pixel zu einem zusammenzuschalten, um die Lichtausbeute pro Pixel zu erhöhen. Jenseits von ISO 800 gelingt aber selten ein Schnappschuß von Druck- oder Kalenderqualität.

Mit dieser Erfahrung habe ich die Canon 6D ausprobiert. Klar, über Tag, bestechende Aufnahmen, aber nicht so viel besser, daß sich der monetäre und muskuläre Aufwand lohnen würde. Aber wenn das Licht knapp wird, ändert sich alles. Sie besuchen die Krypta eines Domes? Ohne Stativ 50stel vorgegeben, bietet die D6 ISO 20.000 an.
Und man kann diese Bilder gebrauchen (Im RAW-Format sehen sie furchtbar aus.) Bis ISO 25.600 liefert die D6 noch Bilder, bei denen feine Strukturen und Schriften erkennbar bleiben. Die verwaschenen Wolken tauchen erst bei Werten über ISO 100.000 auf. Dabei ist die Kamera (auf Wunsch) auch sehr leise. Trotz Spiegel macht sie weniger Lärm als die Panasonic. Ideal für Ausstellungen und Veranstaltungen.

Nachteile? Klar gibt es ein paar: Es gibt zu wenig Autofokus-Meßpunkte. Es gibt kein bewegliches Display, und wenn man das fest eingebaute verwendet, braucht die D6 gefühlte Ewigkeiten zum Scharfstellen . Dafür gibt es einen GPS-Sensor, der (nach einer gewissen Bedenkzeit) die Ortsdaten errechnet und ins Bild schreibt. Sehr Praktisch!

Pixelwahn

Jahrelang haben die Konsumenten Kameras gekauft, die schlechter waren die Vorläufer-Modelle. Sie erlagen den Parolen der Hersteller: viele Pixel sind gute Bilder. Selbst bei den klobigen Trums der DSLR hat diese Verheißung den Status einer PR-Lüge manchmal nicht verlassen. Fachleute, Journalisten, Testinstitute und manchmal frustierte Anwender wetterten dagegen - bisher meist vergeblich.

Die Firma Canon hat jetzt für den Bereich der Kompaktkameras das Ruder herumgeworfen und mit der Powershot S90 die erste Digital-Kamera herausgebracht, die zusammenführt, was zusammenpaßt: handliches Gehäuse, lichtstarkes Objektiv mit guten optischen Ergebnissen, weniger Pixel auf einer größeren Fläche als alle anderen Kameras und eine angenehme Elektronik, die dem Fotografen wieder alle Freiheiten läßt - bis auf die, sein Motiv durch einen Sucher anzupeilen. Die S100 hat einen noch größeren Chip und zusätzlich einen sehr nützlichen GPS-Sensor. Ein Blick in die technischen Daten lohnt sich.
Einen sehr großen Chip mit wenigen Pixeln finden Sie auch bei der Panasonic G(H)1. Das Gehäuse ist angehnem klein und leicht, weil man es zwar mit Wechselobjektiven bestücken kann, aber dennoch kein Spiegel vorhanden ist. Man visiert das Motiv mit Blick auf ein Display an, daß man wahlweise klappbar von außen betrachten oder durch den Sucher betrachten kann.
Die Modelle folgen im Halgjahresrhythmus , mal gößer, mal kleiner, mal mit "Spiegel", mal als Sucherkamera. Die Objektiv-Auswahl ist groß, die Linsen sind oft sehr gut (dann aber auch teuer). Bis ISO 800perfekt zu gebrauchen.

Zurück zu den Wurzeln

Ich habe mich jetzt für dunkle Räume gewappnet und knappe Zeit gerüstet, und zwar mit diesen Kameras:

In folgenden Büchern habe ich nützliche Hilfen, Hinweise und Tips zum Thema "Digitale Fotografie" gefunden:


Stand: 7. November 2013
Autor: Matthias Rojahn
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